N E U T O N U SR E F O R M A T U S

    VERÖFFENTLICHUNG publication

    Ed Dellian / Zeitschrift für philosophische Forschung (1992) Nr.1 S.89

    11. Neues über die Erkenntnistheorie Isaac Newtons

    Einleitung

    Isaac Newton gilt vielen als Anhänger der induktiven Forschungsmethode, die von besonderen einzelnen Erfahrungen auf allgemeine Gesetzmäßigkeiten schließen will. Die Meinung stützt sich wesentlich auf Leitsatz IV der Leitsätze des Philosophierens, die Newton dem Dritten Buch seines Hauptwerks Mathematische Grundlagen der Naturphilosophie vorangestellt hat, das als "die Principia" bezeichnet wird.

    Im Gegensatz dazu haben andere Denker, zuvörderst Immanuel Kant, Newton aufgrund des systematischen, mit Definitionen und Axiomen oder Gesetzen der Bewegung beginnenden Aufbaus der Principia als Repräsentanten der axiomatisch-deduktiven Methode verstanden, die das Besondere aus dem Allgemeinen, die Erkenntnis im konkreten Fall aus einem allgemeinen, vorausgehenden Gesetz gewinnen will und das gerade Gegenteil der induktiven Methode bezeichnet.

    Diese gewinnt nur, wer Newtons Philosophie im Gegensatz zum rationalistischen Cartesianismus seiner Zeit als eine entschieden realistische begreift. Das aber bedeutet, Newton erstmals eine eindeutige philosophische Position zuzuschreiben oder überhaupt, Newton als Philosophen zu sehen, was bisher kaum geschah. Wir werden dabei sehen, dass Newtons Philosophie mit aller Präzision die Bezeichnung transzendenter Realismus verdient: sie ist die Lehre von der die sinnliche Erfahrung übersteigenden und insofern transzendenten Natur der Realität.

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